Sonntag, 8. Januar 2012

Rösti - das Schweizer Nationalgericht


Heute machen wir mal einen kleinen Kochkurs in Schweizer Küche, gelle. Also das, was man hier auf dem Bild sieht, ist eine Rösti. Die Rösti ist das Schweizer Kartoffelgericht. Und für alle Nichtschweizer - die Rösti ist weiblich und es gibt keine Mehrzahl davon. Immer wieder liest man in ausländischen Zeitungen den Begriff «die Röstis». Falsch. Eine Rösti ist eine Rösti und wenn man davon mehrere macht, sind das zwei Rösti oder drei Rösti. Punkt.

Und nun zum Wesentlichen. Eine Rösti besteht aus nichts anderem als  Kartoffeln (klar, man kann noch ein bisschen abwandeln, aber dazu später). Aber es kommt kein Mehl rein, es kommt kein Ei rein, nein, nur Kartoffeln, Bratbutter und Salz und ganz zum Schluss ein Stückchen frische Butter.

Jetzt zu den Kartoffeln. Was nicht geht, sind Frühkartoffeln. Das gibt nie eine gute Rösti, da Frühkartoffeln zuviel Flüssigkeit haben. Am besten sind Kartoffeln die «mehligkochend» (z.B. Agata) oder «vorwiegend festkochend» (z.B. Agria) sind.

Eine gute Rösti braucht einen Tag Vorlaufzeit. Nein, nein, keine Angst, man steht für eine Rösti nicht zwei Tage in der Küche. Aber am Tag vor der Rösti gibt es Pellkartoffeln (heissen hierzulande «Gschwellti») mit Salat und Käse. Bei uns jedenfalls. Am nächsten Tag gibt's dann eben Rösti.

Und nun zum Rezept:

für 4 Personen
1 kg mehlig- oder vorwiegend festkochende Pellkartoffeln vom Vortag
Bratbutter
Salz
ein Stückchen frische Butter

Pellkartoffeln abschälen und auf der Gemüsereibe reiben. Das sieht dann so aus:


Die geriebenen Kartoffeln schon mal ein bisschen salzen (aber nicht in der Schüssel rumrühren!). Dann in einer grossen Bratpfanne (beschichtet oder Gusseisen) ein grosses Stück Bratbutter (Butterschmalz) erhitzen. Kartoffeln in die Bratpfanne geben. Mit der Holzkelle das ganze ein bisschen in eine schöne Form schieben und salzen.


Die Hitze ein bisschen reduzieren (ich stell bei 9 Stufen auf 6 oder 7). Nun die ganze Geschichte braten bis am Rand Dampf aufsteigt und die Kartoffeln am Rand bräunlich werden. Nun einen Deckel oder einen Teller (bisschen kleiner als die Bratpfanne) auf die Rösti legen und die ganze Sache mit Schwung drehen. Wieder Bratbutter in die Pfanne, Rösti reingleiten lassen und braten. Nicht rühren, die ganze Sache einfach schön kompakt zusammengeschoben braten lassen. Ganz zum Schluss streiche ich ein kleines Stück frische Butter über die Rösti, damit sie schön glänzt.

Den Kartoffeln kann man, bevor man sie in die Bratpfanne schmeisst, eine Handvoll Speckwürfel bei mischen. Oder man legt die Bratpfanne mit gehobelten Zwiebelringen aus und gibt die Kartoffeln darauf. 

Zu einer Rösti passt ein Spiegelei. Das wird separat gebraten und wird auf der Rösti serviert. Dazu eine Schüssel Salat und fertig ist das schnelle Mittagessen.
Man kann eine Rösti aber auch auf einen feuerfesten Teller geben, ein paar Scheiben Raclettekäse obendrüber legen und im Ofen gratinieren.
Zu einer Rösti passt aber auch Zürcher Geschnetzeltes (der Klassiker schlechthin) oder Bratwurst mit Zwiebelsauce oder ein Pilzragout an Sahnesauce oder geschnetzelte Leber. Ach, eigentlich passt alles, was irgendwie Sauce hat, dazu.

Und zu guter Letzt: eine Rösti ist nie, nie, nie ein schlankmachendes Essen.
Denn ohne Butter keine Rösti. 

Tipp:
Lieber in zwei Pfannen Rösti braten, statt alles dick in einer Pfanne.

Kommentare:

  1. Juhuu, Rösti!
    Durfte ich vor kurzem in einem Kochkurs zubereiten -in kleiner Pfanne- und hab sie mit Schwung zu wenden getraut. Puhh, geklappt :)

    Danke dir! Es gibt auch Rösti aus rohen Kartoffeln, oder? Ich mag die aus gekochten oder zumindest angekochten auch viel lieber.

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  2. Liebe Heike

    Ja, man kann Rösti auch aus rohen Kartoffeln machen. Die Braterei dauert aber dann einiges länger und man muss einen Deckel auf die Pfanne auflegen. Ich persönlich mag die Rösti aus gekochten Kartoffeln lieber.
    Echt, Du hast die Rösti in der Luft gewendet? Alle Achtung. Ehrlich gesagt, das habe ich noch nie geschafft. Ich bin sonst ja wirklich ein Pfannenakrobat, aber jeder Versuch, eine Rösti in der Luft zu wenden, ist bei mir bislang misslungen, sprich, die Rösti ist mir um die Ohren geflogen.
    Lieben Gruss von der Wilden Henne

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  3. Eigentlich wollte ich nach der Lektüre der "Rösti" anmerken, dass dieselbe auch im Flug gewendet werden kann. Aber dann habe ich den Kommentar von Heike gelesen...."Chapeau", ich zügle mich kurz!
    Wilde Henne, üben, üben, üben...!

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  4. besser hätt ich das jetzt nicht gelesen...hab nämlich hunger...:-) also ab in die küche mit mir!
    aber für heute sind schon yufka-teig-päckchen geplant, damit legen wir nun los! der prinz und die kids mögens gern klassich mit hack und gouda und ich bekomme rohen schinken und schafskäse hinein...die rösti ohne s merke ich mir aber, brät sicher nicht so lange wie unsere reibekuchen, die werden ja aus rohen kartofeln gebraten. vielen dank fürs rezept und einen köstlichen abend, was es auch immer heute bei euch gibt, schöne grüße!

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  5. Also, der Anonyme da oben ist mein Vater und ich möchte nur anfügen, dass ich da schon miterlebt habe, wie die Rösti mit Schwung via Küchendecke durch die ganze Küche zerfleddert ist. Einfach mal so angemerkt von wegen üben, üben üben... *ääätsch*
    ;-))))))))

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  6. na das passt, bei mir war heute abend Gschwelti Käse Znacht und morgen abend gibt es Rösti mit feinem Lauch/Pouletgeschnezeltem und Nüssen dazu. Für Heikes Event wäre ich nun nie auf die Idee gekommen mit der Rösti ;)
    Grüessli
    Irene

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  7. Oh wie lecker! Da haette ich jezt auch Lust drauf!!!
    Die Vanilleessenz ist halt viel intensiver als der Vanillezucker. Ich nehme sie sehr oft (eigentlich fast immer) zum Backen, da ich Vanille liiiieeeebe :)
    GLG Shippy

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  8. Deine Rösti werde ich nach braten. ich habe immer gedacht, es wäre viel mehr kompliziert.

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  9. Heut gibts be mir auch Rösti *-*
    Ich liebe sie, mir kannst Du die 3 x die Woche hinstellen, ich esse sie in allen Variationen (außer mit Ei), bei meinem letzten Besuch in Flums hab ich eine neue Kreation probiert mit Rotwurt und Salat, oh ja das war lecker. Ich mags besonders gerne mit Lachs und Sauerrahmdip.
    Am allerallerliebsten mag ich sie mit Bergkäse, aber hier gibts leider keinen so guten wie bei Dir .

    Machs gut bis bald Kerstin

    Ps. Hanföl ist sehr nussig im Geschmack und ein wunderbares Heilmittel, geht mir nicht mehr aus *-*
    http://bliesgauoele.de/index.php?option=com_content&view=article&id=64:hanf&catid=44:oelpflanzen&Itemid=93

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