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Mittwoch, 17. April 2013

Uszyt - Auszeit

Heute gibt es zum ersten Mal Musik hier. Einerseits, weil die Band, die dieses Stück spielt, mir am Herzen liegt, andererseits, weil sie ein wunderschönes Berndeutsch sprechen/singen. Ich habe mir die Mühe gemacht, den berndeutschen Text aufzuschreiben und daneben das Ganze ins Deutsche zu übersetzen.
Die Band heisst «Schüpp». Schüpp ist das berndeutsche Wort für das französische Jupe. Schüpp - Jupe - Halbrock, resp. in Deutschland heisst dieses Kleidungsstück schlicht Rock. Soll ich die Verwirrung noch ein bisschen vergrössern? Im Berndeutsch kennt man das Wort Rock auch, aber ein Rock ist das, was im restlichen deutschen Sprachkreis ein Kleid ist.



Uszyt - Auszeit

Chum mir mache wider mau nüt   Komm wir machen wieder mal nichts
Löh’n‘is eifach guet la gah   Lassen es uns einfach gut gehen
Löh dr Ranze schön la wachse   Lassen den Ranzen schön wachsen
D Out-of-Bed-Frisur la schtah   Die Out-of-Bed-Frisur stehen
Mau e Wuche lang nüm dusche   Mal eine Woche lang nicht duschen
TV luege stundelang   TV gucken stundenlang
Ab und zue mau eis go rouche   Ab und zu mal eins rauchen
U drü Bierli nachenang   Und drei Bierlein nacheinander
Es paar Tag ke Meter loufe   Ein paar Tage keinen Meter gehen
U nüt schaffe mit de Häng   Und nichts arbeiten mit den Händen
Mit dem Charre go iichoufe   Mit der Karre einkaufen gehen
Fertigfood für ds Wucheänd   Fertigfood fürs Wochenende
No chli depressiv driluege   Noch ein bisschen depressiv dreinschauen
Chli motze über ds Gäud    Ein bisschen motzen übers Geld
U chli gränne wägem Wätter   Und ein bisschen heulen wegen des Wetters
We‘s o süsch a gar nüt fäuht   Wenn es uns sonst auch an gar nichts fehlt
U am Abe nid ga penne   Und am Abend nicht pennen
U a Morge nid ufschtah   Und am Morgen nicht aufstehen
Keni Vorsätz meh la gäute   Keine Vorsätze mehr gelten lassen
Lieber a de Laschter feschtha   Lieber an den Lastern festhalten
Ändi Monet mau nüt spände   Ende Monat mal nichts spenden
Ke Trinkgäud i der Beiz   Kein Trinkgeld in der Kneipe
Wieso nid s Liebesglück beände   Wieso nicht das Liebesglück beenden
Flexibu si het o si Reiz   Flexibel sein hat auch seinen Reiz
Jedi Nacht chli uf der Piste   Jede Nacht ein bisschen auf der Piste
Jede Tag chli uf dr Yacht   Jeden Tag ein bisschen auf der Yacht
U am Abe i de Seili   Und am Abend in den Seilen (hängen)
U nächär isch wieder Nacht   Und nachher ist es wieder Nacht
U dr Rase nümme mähie   Und den Rasen nicht mehr mähen
U am Gjät e Chance gäh   Und dem Unkraut eine Chance geben
U dr Chüeuschrank chli la läbe   Und den Kühlschrank ein bisschen leben (lassen)
Aber am Putzplan ds Läbe näh   Aber dem Putzplan das Leben nehmen
Jedes Härz brucht mou chli Platz zum schlah     Jedes Herz braucht mal ein bisschen Platz zum schlagen
Bevor gäg d Wang fahrsch   Bevor Du gegen die Wand fährst
schteisch besser chli uf d Bräms   Stehst Du besser mal ein bisschen auf die Bremse
O Du muesch nid die ganzi Wäut zämeha   Auch Du musst nicht die ganze Welt zusammenhalten
Du wirsch es gseh   Du wirst es sehen
O ohne Di geit no so mängs   Auch ohne Dich geht ganz vieles
Vor em Ärnte mau nid säie   Vor dem Ernten mal nicht säen
Vorus dänke ou nid z‘wyt   Voraus denken auch nicht zu weit
Mau schön ruhig - nid düredräie   Mal schön ruhig - nicht durchdrehen
Es chunnt aus zu sire Zyt   Es kommt alles zu seiner Zeit
Nid grad immer sofort ufschtah   Nicht grad immer sofort aufstehen
Nachdäm, dass üs het gleit   Nachdem es uns hingelegt hat
We mir doch ändlech mau hei schtiu gha   Wenn wir doch endlich mal stillgehalten haben
Us üs ändlech mau guet geit   Und es uns endlich mal gut geht
U gar kei Zyt für ds schlächte Gwüsse   Und gar keine Zeit für das schlechte Gewissen
Keni Kämpf zum düreschtah   Keine Kämpfe zum durchstehen
Mir müesses nid gäng besser wüsse   Wir müssen es nicht immer besser wissen
Müesses nume besser ha   Müssen es nur besser haben
Drum mache mir wieder mau nüt   Darum machen wir wieder mal nichts
Löhnis eifach guet la gah   Lassen es uns einfach gut gehen
Löh dr Ranze schön la wachse   Lassen den Ranzen schön wachsen
D Out-of-Bed-Frisur la schtah   Lassen die Out-of-Bed-Frisur stehen
Ja, mir mache mau nüt   Ja, wir machen mal nichts
Mir löh nis eifach guet la gah   Wir lassen es uns einfach gut gehen
Mir löh dr Ranze schön la wachse   Wir lassen den Ranzen schön wachsen
D Out-of-Bed-Frisur la schtah   Lassen die Out-of-Bed-Frisur stehen

Buchen kann man Schüpp hier.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Wut und Zärtlichkeit


Unter dem Titel «Wut und Zärtlichkeit» spielte Konstantin Wecker am 6. Dezember in Bern im Theater National. Vom Perlhühnchen habe ich das Ticket für dieses Konzert geschenkt gekriegt. Schon oft habe ich Konstantin Wecker live gesehen, aber das war das beste Konzert der letzten 20 Jahre. Diese Spielfreude der Musiker, die auf höchstem Niveau spielten, war umwerfend: Jo Barnikel am Klavier, seit ich Wecker das erste Mal gesehen habe, immer mit dabei; der Perkussionist und Gitarrist Tim Neuhaus und Nils Tuxen an der Gitarre und an der Pedal-Steel-Gitarre.
Hat schon mal jemand einen Schlagzeuger gesehen, der noch singen und Gitarre spielen kann? Normalerweise sitzen Schlagzeuger mit abgefahrenem Blick hinter ihren Töpfen und haben kaum Kontakt mit dem Publikum. Nicht so Tim Neuhaus. Der kommunziert mit den Zuhörern, spricht mit Ihnen via seinem Instrument - einfach genial. Barnikel sowieso, den muss man einfach lieben und Wecker wäre ohne Barnikel nicht der Wecker, den er heute ist. Nils Tuxen ist ein Virtuose auf seinen Gitarren, wie ich noch selten einen erlebt habe. Und Wecker selbst, dieses Mal sowas von gut drauf, verursacht bei mir mit seiner wunderbaren Stimme immer wieder Gänsehaut. Dieses 3,5stündige Konzert ging definitiv unter die Haut.

Zum Reinhören:
Absurdistan
Weil ich Dich liebe

Dienstag, 27. November 2012

Zibelemärit in Bern


Immer am 4. Montag im November findet in Bern der traditionelle «Zibelemärit» (Zwiebelmarkt) statt. An diesem Tag kommen die Gemüsebauern aus der ganzen Umgebung und verkaufen ihre Zwiebeln. 


Aber nicht einfach lose, sondern zu wunderschönen Zöpfen geflochten. Zöpfe aus weissen Zwiebeln, zweifarbige Zöpfe mit weissen und roten Zwiebeln, oder dreifarbige mit weissen und roten Zwiebeln sowie Knoblauch. Mini-Zöpfchen mit winzigen Zwiebelchen, meterlange Riesenzöpfe, Zöpfe mit hübschen Trockenblumensträusschen verziert, Zöpfe in Herzform, Zwiebelkränze... es ist eine Augenweide.



Auch Zwiebeln in Bonbonform werden feilgeboten. Diese Zwiebelketten hängt man sich um den Hals, in der Regel überleben sie aber den Heimweg nicht, sind vorher aufgefuttert.


Offiziell beginnt der Verkauf um 6 Uhr früh, inoffiziell öffnet der Markt aber kurz nach 4 Uhr. Ich war um 6.30 Uhr dort, tausende von Menschen flanierten bereits über den Märit.


Langsam wurde es Tag. Jetzt beginnt die Zeit der Jugendlichen - denn in Bern ist am Zibelemärit natürlich schulfrei - die sich mit Gummihammer und Konfetti ausgestattet haben. Für mich Zeit, mich mit meinen Zwiebelzöpfen auf den Heimweg zu machen. Als Gegenleistung für die folgenden beiden Fotos liess ich mich aber noch mit dem Gummihammer auf den Kopf hauen und eine grüne Konfetti-Dusche über mich ergehen ;-)



Und zum Zibelemärit gehört natürlich eine Zwiebelsuppe. Das passende Rezept gibt es auf meinem Kochblog.

Freitag, 23. November 2012

Rendez-vous Bundesplatz


«Rendez-vous Bundesplatz» nennt sich die musikalisch untermalte Licht-Bilder-Show am Bundeshaus in Bern, die seit Ende Oktober täglich noch bis zum 27. Dezember gezeigt wird, und bei der das Bundeshaus in ganz neuem Licht erstrahlt. Das Spektakel dauert jeweils 20 Minuten, die erste Vorführung beginnt jeweils um 19 Uhr, die zweite um 20.30 Uhr. Weitere Informationen zum Spektakel gibt es hier.






Samstag, 4. August 2012

GayWest 2012



Farbig und fröhlich präsentierte sich heute GayWest, das Festival für Schwule, Lesben, trans-, inter- und biseuxelle Menschen auf dem Bundesplatz in Bern. «Wir brauchen kein Verständnis, kein Mitleid, keine Kur, keine sogenannte Akzeptanz oder Toleranz - wir brauchen unsere Rechte, Menschenrechte!», war die Kernaussage. 


Künstler, Musiker Redner und Moderatoren auf der Bühne vereint.

Max Krieg, GayAktivist seit vielen Jahren, bei seiner Schlussrede, in der er seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, dass Quer-Menschen endlich als gleichwertige Mitglieder unserer Gesellschaft anerkannt werden.



Donnerstag, 14. Juni 2012

Bienenschwarmrettung

































Heute bin ich in Bern zufällig Zeuge einer Bienenschwarmrettung geworden. Der Schwarm hatte sich an eine Dachgaube gehängt. Irgend jemand hatte die Feuerwehr gerufen, die den Schwarm dann eingefangen hat. Der Schwarm wurde erst mit kaltem Wasser aus einer Pumpsprühflasche bespritzt, damit die Bienen in eine Starre verfallen, dann fegte der Feuerwehrmann den gesamten Schwarm in eine Kiste. Das Ende konnte ich dann leider nicht mehr mitverfolgen - ich hatte einen Termin.

Freitag, 4. Mai 2012

Abendspaziergang in Bern







Bilder von einem Abendspaziergang in Bern der Aare entlang.
Worte braucht's dafür keine.

Donnerstag, 15. März 2012

Brücken in Bern

Im Vordergrund die Lorrainebrücke, dahinter die Eisenbahnbrücke.

Die Kornhausbrücke

Die Kirchenfeldbrücke

Blick von der Kirchenfeldbrücke aufs Hotel Bellevue, ganz links (mit der Kuppel) das Bundeshaus.

Die Marzilibrücke, dahinter sieht man die Holzkabinen vom Marzili, dem schönsten Bad der Stadt Bern.

Donnerstag, 1. März 2012

Das Bankgeheimnis

Heute im Café Fédéral, direkt gegenüber dem Bundeshaus, Tee getrunken und Zeitung gelesen. Im Bundeshaus ist derzeit Frühlingssession, das heisst, unsere Regierung unser Parlament tagt. Im Gespräch: Das Schweizer Bankgeheimnis.
Beim Verlassen des Lokals ist mir einmal mehr aufgefallen, dass an den Bundesplatz, also an den grossen Platz vor dem Bundeshaus, nur Banken grenzen.

 Das Bundeshaus

Die Nationalbank


Im Schatten des Bundeshauses die Valiant (links), voll in der Sonne die UBS und Postfinance (rechts).

Das Bundeshaus wirft seinen Schatten auch auf die BEKB (Berner Kantonalbank).

Stadt, Land, Fluss


Heute Morgen war ich um 5.45 Uhr wach, hellwach sogar. Mein Blick aus dem Fenster sagte mir, dass es heute einen Prachtstag geben würde. Richtung Emmental, also von mir aus gen Süden, zeichnete sich über den Hügeln bereits ganz leicht ein heller Streifen ab. Wenn ich mich beeilen würde, schaffe ich den Sonnenaufgang - gedacht, getan. Um 6.45 Uhr stand ich auf der Lueg. Aus den Tälern stiegen Nebelschwaden auf, stellenweise lag noch ein bisschen Schnee. In den Bäumen über mir tobten die Vögel zettermordio. Ab und an hörte man aus der Ferne einen Hofhund bellen. Punkt 7.19 Uhr ging die Sonne auf.




Der Kontrast Land - Stadt am frühen Morgen könnte ganz reizvoll sein, habe ich mir dann gedacht. Also ab in die Stadt. Zuerst ging es aber noch ein bisschen über Land.

Blick auf Affoltern im Emmental

Blick von Bolligen auf Ostermundigen und Bern

Bern lag im schönsten Morgenlicht. Den tollsten Blick auf die Altstadt hat man vom Rosengarten und vom Aargauerstalden - finde ich zumindest.

Rechts im Bild der eingegrüstete Münsterturm, links die Nydeggkirche.

Das Altstadtgebiet um die Nydeggkirche ist der älteste Teil der Stadt Bern.

Von der Untertorbrücke auf den Nydeggstalden und die Nydeggkirche.

Blick von der Untertorbrücke aareaufwärts auf die Nydeggbrücke.

Blick aareabwärts, rechts der Altenberg, beliebtes und teures Wohnquartier in Bern.