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Mittwoch, 30. Januar 2013

Künstler im Gespräch - Franz Gertsch


Es gibt kaum Künstler, denen bereits zu Lebzeiten ein Museum gewidmet ist. Einer aber ist Franz Gertsch. In unserer Kleinstadt steht das Museum, das Gertschs Werk beherbergt und huldigt. Riesige Bilder, in Malerei festgehaltene Fotografie.
Vergangenen Sonntag war der Künstler vor Ort im Gespräch mit Anna Wesle und äusserte sich zur aktuellen Ausstellung «Momentaufnahme». Mein Bild zeigt den 83jährigen Gertsch vor einem Selbstbildnis von 1980. Man mag Gertschs Bilder als Kunst oder als Handwerk bezeichnen - interessant und spannend ist er als Mensch allemal und seine Bilder faszinierend.
Zurzeit läuft im Gertsch-Museum auch eine Ausstellung des Burgdorfer Künstlers Heinz Egger mit dem Titel «Mein lautloses Getriebe». Unbedingt sehenswert! Das Künstlergespräch mit Heinz Egger findet am 5. Mai  2013 statt.

Und wer das Museum besucht, geht hinterher noch ins ArtCafé, das meine Freundin führt, und genehmigt sich dort ein Stück des weltbesten Schoggikuchens.

Museum Franz Gertsch, Platanenstrasse 3, 3400 Burgdorf, Telefon 034 421 40 20
Öffnungszeiten: Mi bis Fr, 10 bis 18 Uhr, Sa/So 10 bis 17 Uhr
Öffentliche Führungen: Mi 17 Uhr, Do 12.30 Uhr, So 11 und 14 Uhr

Donnerstag, 26. Juli 2012

Usedom - Holländermühle Benz






Oberhalb des kleinen Ortes Benz südlich des Schmollensees steht auf einem Hügel eine 16 m hohe Holländermühle. Erbaut wurde sie ums Jahr 1830 rum. Bis 1971 war die Mühle noch in Betrieb, 1975 wurde sie vom Kunstmaler Otto Niemeyer-Holstein gekauft, der sie dann auch restaurierte. Niemeyer-Holstein hatte testamentarisch verfügt, dass die Mühle nach seinem Tod als Kulturmühle genutzt werden soll. Niemeyer-Holstein starb 1984.
Heute finden regelmässig kulturelle Veranstaltungen in und um die Mühle statt.


Öffnungszeiten Kulturmühle Benz
Mai bis Oktober, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 16 Uhr. Montag Ruhetag.
Nebensaison eingeschränkt bzw. nach Voranmeldung geöffnet (Telefon 0049 38378 36 50).

Mittwoch, 25. Juli 2012

Usedom - Heeresversuchsanstalt Peenemünde



Einen ganzen Nachmittag haben wir auf dem Gelände und im Kraftwerk der ehemaligen Heeresversuchsanstalt (HVA) Peenemünde im Norden der Insel Usedom verbracht. Das Wetter war an diesem Tag traurig und passte somit sehr gut zum Thema des Tages.
Die HVA steht für «bedeutende Pionierleistungen der Raumfahrtgeschichte und für menschenverachtendes Unrecht», steht in meinem Reiseführer (siehe Quellen) geschrieben.
Die Bewohner des Fischerdorfs Peenemünde wurden Mitte der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts evakuiert, das Dorf abgerissen und der ganze Norden Usedoms wurde zu militärischem Sperrgebiet erklärt. Ein riesiges, geheimes Forschungslabor wurde errichtet, in welchem Raketen zu militärischen Zwecken, also als Massenvernichtungswaffen entwickelt wurden. Die V2 (Bild oben links) - das V steht für «Vergeltungswaffe», wurde erstmals am Morgen des 8. Septembers 1944 abgefeuert mit dem Ziel Paris. Ein paar Stunden später schlugen in London zwei weitere Raketen ein. In den darauffolgenden drei Monaten feuerten Hitlers Leute über 1500 solcher Raketen ab. 
Um Strom für die Versuchsanstalt zu produzieren, baute man ein riesiges Kohlekraftwerk (erstes Bild oben), das auch nach dem Krieg bis zur Wende 1990 in Betrieb war. Im ehemaligen Kraftwerk ist heute das Historisch-Technische Informationszentrum (HTI) untergebracht: eine eindrückliche Ausstellung über die Raketenversuchsanstalt, die verschiedenen Waffensysteme, über das KZ-Aussenlager im Keller der Fertigungshalle, in welchem hunderte von Menschen zusammengepfercht vegetierten und mithelfen mussten, diese riesige Versuchsanstalt aufzubauen, über das Leid, die «Erfolge» und zuletzt auch über das Ende der ganzen Anlage.
















Öffnungszeiten HTI:
April bis September täglich 10 bis 18 Uhr, Oktober bis März 10 bis 16 Uhr, November bis März jeweils Montag geschlossen.
www.peenemuende.de

Quellen:
Usedom, Sabine Becht, Sven Talaron, Michael Müller Verlag GmbH, Erlangen, ISBN 978-3-89953-651-5