Montag, 14. Mai 2012

Muttertag


Diesen wunderbaren Frühstückstisch hat das Küken am Sonntag hergerichtet. Und weil unsere Kinder mit zwei Müttern aufwachsen, gab es für beide Mütter Blümchen und Geschenke.
Gleichmal vornweg: Ich mag Muttertag! Egal ob das nun eine Erfindung der Floristen ist oder nicht. Ich erwarte von meinen Kindern nicht, dass sie an diesem Tag etwas auf die Beine stellen für uns. Aber wenn sie es tun, freue ich mich sehr darüber. Aussagen im Stil von «Ich hätte gerne das ganze Jahr ein bisschen mehr Aufmerksamkeit und nicht nur an einem bestimmten Tag» unterschreibe ich nicht.
Ich habe mich vor Jahren bewusst dafür entschieden, Mutter von diesen beiden Kindern zu werden. Und es ist meine Aufgabe, für diese beiden Kinder zu sorgen, sie zu lieben, zu pflegen, sie zu ernähren, ihnen Werte zu vermitteln, sie zu selbständigen Menschen zu erziehen und sie zu gegebenem Zeitpunkt ziehen zu lassen. Ich habe mich damals dafür entschieden, diesen «Job» anzunehmen, diese Aufgabe zu erfüllen. Und zwar unentgeltlich. Ich habe damals, als ich diese Aufgabe angenommen habe, mit niemandem Vertragsverhandlungen über die Gehaltshöhe geführt. Es gab keinen Vertrag, in dem Feriensansprüche und Überstunden geregelt waren. Es war immer klar, dass ich diesen «Job» ohne Gehalt ausführen werde, von niemandem einen Lohn erwarten kann  (das selbe gilt übrigens für den Vater unserer Kinder, der zwar im Ausland lebt, sich aber sehr viel kümmert).
Aber natürlich gab und gibt es Entschädigungen für all die Arbeit. Meist kleine Dinge, aber schön sind sie trotzdem. Ich zähle sie jetzt nicht auf - es sind so die kitschigen, verklärenden Erinnerungen einer Mutter, welche die Entbehrungen der ersten Jahre mit Kind vergessen lassen. Wer Kinder hat, kennt sie - wer keine hat, kann es sich vielleicht vorstellen.
Und klar gibt es Momente, in denen ich auf den Tisch haue und lautstark erkläre, dass ich hier nicht das Putzinstitut sei. Es gibt die Momente, in denen mir das Ganze fast über den Kopf wächst, vor allem dann, wenn der pubertierende Nachwuchs für sein eigenes Tun keine Verantwortung übernehmen will. Und ebenso klar ist, dass ich manchmal finde, meine Kinder seien undankbare, verzogene Gofen, die ruhig ein bisschen mehr mithelfen dürften - vor allem freiwillig und nicht immer nur auf meinen Druck hin. Und genauso klar ist es, dass all dies völlig normal ist.
Mutter (oder Eltern) sein, ist nicht immer ein Zuckerschlecken - aber manchmal schon. Und am Muttertag auf jeden Fall!

Kommentare:

  1. Wunderschön, der Muttertagstisch! Sehr, sehr einladend! Was wäre es nur ohne Kinder? Wir hatten auch einen klasse Tag!
    Liebe Grüße
    Gisela

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  2. Hallo ,
    kann ich alles unterschreiben was du aufgezählt hast!
    Aber trotzallem zelebrieren wir keinen Muttertag!
    Den brauche ich aus o.g. Gründen nicht!
    ♥lichst
    Manuela

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  3. Wenn man morgens so einen schönen liebevoll vorbereiteten Tisch sieht, läuft einem doch das mütterliche Herz über, oder? Ich freue mich schon auf unseren Muttertag am 3. Juni. In Frankreich wird der Muttertag am letzten Sonntag im Mai gefeiert. Falls dieser allerdings, so wie dieses Jahr mit Pfingsten zusammenfällt, wird alles um eine Woche verschoben.

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  4. @Gisela
    Und die Muffins, hast Du die gesehen - die waren selbst gemacht *schmelz*.
    @Lotta
    Ich hab eben gar nicht gewusst, dass das Küken da was geplant hatte. Umso mehr hab ich mich drüber gefreut.
    @Tessinerli
    Lässt Du Dich dann zweimal feiern? Einmal im Tessin nach Schweizer Kalender und einmal im Elsass nach dem Franzosenkalender? Sehr clever ;-)

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  5. hallo wilde henne, deine ansichten zunm "mutter-job" würde ich sofort unterschreiben! es ist wie mit allem im leben: es geht auf und ab und letztendlich sind die kinder niemand, um bedingungen daran zu knüpfen, sondern ein großes geschenk! welches wir uns ja auch gewünscht haben...ich bekam auch einen leckeren frühstückstisch, nachdem sich das töchterchen den wecker gestellt hatte - riesen-ehre!! die muffins sind große klasse :) und eure art des familienlebens finde ich toll, egal wieviel mütter oder väter und ob zusammenlebend oder nicht, hauptsache, jeder ist glücklich! da habt ihr sicher einen wunderbaren weg gefunden! ganz liebe grüße von dornrös*chen!

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  6. @Dornröschen
    Ich danke Dir für Deine Worte - darüber habe ich mich sehr gefreut. Unsere Art zu Leben entspricht zwar überhaupt nicht der Norm, aber unser Umfeld inkl. aller Nachbarn findet es normal. Weil wir eben offen damit umgehen und auch wenn nicht der Norm entsprechen, so doch sehr normal leben.
    Und genau, an Kinder sollen keine Bedingungen geknüpft werden. Ich darf nicht erwarten, dass meine Kinder mich beingungslos lieben, nur weil ich sie bedingungslos liebe.

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  7. ohhhh wie schön! da würde ich nur zu gerne hinsitzen! ich finde deinen text einfach nur wunderschön und kann da zu allem unterschreiben und nicken. naja fast ;) bei uns wird das bünzlige 0815 modell gelebt, aber wir sind alle 5 glücklich und zufrieden damit. und doch deine tischsets würde iach also zu gerne haben wollen und ein muffins obendrauf ;)

    liebs grüessli
    irene

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  8. @Irene
    Wir leben eigentlich auch bünzlig: Reihenhaus, zwei Kinder, nette Nachbarn, Samstag Abend grillen und so ;-) Nur das Auto waschen wir nie. In dem Punkt sind wir gar nicht bünzlig.
    Die Tischsets gibt es übrigens beim orangen M in ganz vielen Farben. Ich hab die auch in bordeaux und orange.

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  9. :-) danke die, die hatte ich auch schon in den Händen im Shoppy. Dann macht es wohl das drumherum aus.... Einfach schön. Lach dann sind wir auch nicht gar so bünzlig, Auto waschen kenn ich auch nicht und Reihenhaus kann ich auch nicht bieten. Dafür drei Kinder und 100% Mami-Hausfrau und der Herr bringt das nötige Geld nach Hause...... Wie so vieles Ansichtssache.
    Grüessli

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